Langlaufen – wie man es nicht tun sollte!

Langlaufen – wie man es nicht tun sollte!

Langlaufen macht Spass. Sagt man. Ich wollte es wissen, fuhr vor ein paar Jahren also an eine Loipe, mietete Skis und Stöcke und machte mich beschwingt und gut gelaunt an den Start. Gerade aus ging‘s recht locker, auch nicht zu enge Kurven meisterte ich ganz gut. Alles war super. Bei der ersten kurzen Abfahrt kam zwar der Hosenboden zum Einsatz. Ich liess mich davon aber nicht beirren, machte unverdrossen weiter und war richtig stolz auf meinen ersten Versuch. Also wagte ich mich ein paar Tage später an einen zweiten und voller Begeisterung an eine etwas anspruchsvollere Strecke. Anfangs war alles toll. Das Wetter super, die tiefverschneite Natur glitzerte in der Sonne. Herrlich. Das Desaster begann beim ersten längeren Aufstieg. Ich geriet völlig aus der Puste, Muskel begannen zu schmerzen, von denen ich gar nichts wusste, dass ich sie habe. Mir schwante, dass ich bei der Streckenwahl vielleicht doch etwas zu enthusiastisch hätte sein können. Kurzerhand entschloss ich mich deshalb, eine Abkürzung auf die ein paar Meter unterhalb liegende Loipe und zurück zum Langlaufcenter zu nehmen. Das hätte ich nicht tun sollen. Mit den Skis durch den Tiefschnee ging nicht, ohne schon gar nicht. Ich sank bis zu den Knien in die weisse Pracht ein und steckte schliesslich schwitzend wie ein Bauarbeiter im Sommer im Schnee fest. Selbstredend schimpfte ich innerlich wie ein ebensolcher, während unten, oben und neben mir fröhliche Langläufer elegant an mir vorbei glitten. Ihre Gesichter bei meinem Anblick hätten Sie sehen sollen. Sie sprachen Bände.

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Aber eben. Irgendwie liess mich nach dieser Katastrophe das Langlaufen doch nicht los. Bloss, um einmal abzuchecken, was es denn brauchen würde, um elegant und schwerelos durch die tiefverschneite Natur zu gleiten, fragte ich kürzlich bei einem Freund, ein begeisterter Langläufer und Berggänger, nach. Wir sassen gerade gemütlich bei einem Kaffee. «Kein Problem», meinte er, «komm einfach mal mit». Das war zwar äusserst hilfsbereit und liebenswürdig, Aber – naja – man kennt ja seine Pappenheimer. Schlägt er mir nämlich einen gemütlichen Sonntagsspaziergang vor, finde ich mich nach einer 5-stündigen Bergtour völlig kaputt auf dem Sofa wieder. Vom Muskelkater am nächsten Tag ganz zu schweigen. Ich war also vorsichtig. Er dachte dann einen Moment lang nach, schnappte sich zwei Kaffeelöffel und erklärte mir anhand dieser das Skaten. Auch den Stockeinsatz demonstrierte in beeindruckender Weise mit den beiden Löffelchen. Mich wunderte ein bisschen, dass er nicht auf die Idee kam, mit dem Zucker die Loipen auf den Tisch zu zeichnen, liess aber eine entsprechende Bemerkung bleiben. Auch wenn er sich unglaubliche Mühe gab, mir Technik, Stockeinsatz und Bewegungsabläufe zu erklären, verstand ich nicht wirklich, wie das alles harmonisch miteinander funktionieren sollte. Irgendwann wechselte er dann das Thema.

Vielleicht, so dachte ich später, ist es einfach gescheiter, ich buche mal einen Langlauflehrer. Oder haben Sie mir einen Tipp? Ziel wäre der Biathlon. Biathlon ist nämlich gerade richtig trendy.

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